02.09.07 Ebrodelta - VALENCIA (195 km)

2007-09-06 von nil und deMo

Wir sind am Ziel! Nach etwa 3.250 Kilometern haben wir die Stadt unserer Träume, Valencia, erreicht. Bereits vor dem Sonnenaufgang ging es los, die langen, geraden Straßen des Ebrodeltas entang, an Flamingos und anderen Vögeln vorbei in Richtung N-340. Auch der Wind tat uns den Gefallen bis zum Mittag nicht von vorn zu blasen. Mittagspause hielten wir in Torreblanca. Dort fand gerade ein Stierkampf auf dem Dorfplatz statt. Jeder konnte mitmachen – wir auch. Mittagspause in Castellon mit Internet vom Bürgersteig und Bad im Springbrunnen vor der Stadt. Dann kamen die letzten Kilometer vor Valencia. Voller Vorfreude und einem überaus glücklichen Gefühl rollten wir wie von selber der Stadtgrenze entgegen. Und dann kam es – Das Ortsschild! Yiiiiipieeeee…. bei 25°C und einem herrlichen Sonnenuntergang, der alles um uns herum in verschiedene Rottöne versetzte, genossen wir unsere Ankunft in Valencia. Umarmung, Fotos, Telefonate, so verweilten wir ungefähr eine Stunde am Ortsschild. Dann rollten wir selig und ziellos durch die Straßen der Stadt. Eher zufällig kamen wir an einem 4-Sterne-Hotel vorbei und fragten nach dem Preis. Da dieser unser selbstgesetzes Limit nur knapp überstieg, bezogen wir sogleich ein Doppelzimmer mit Badewanne, weichen Matratzen, Klimaanlage, TV und Zimmerservice. Nil legte sich gleich mit kühler Cola in die Badewanne und las völlig entspannt, deMo schaute Fußball. Dann ging es nochmal in die Stadt, um das Willkommensmahl (Langusten, Sardellen, Datteln im Speckmantel, Salat, Steak, Crema Catalan und Eis, sowie reichlich Cerveza) einzunehmen. Auf dem Rückweg lernten wir die verwinkelten Gassen der Stadt kennen, manche mehrfach. Wie Geier um die Beute kreisten wir um das Hotel, wir fanden es aber schließlich doch. Nun entspannte sich deMo in der warmen Badewanne, während Nils sich noch einmal einige Fotos und Filme von der Tour anschaute.
So, hmm, das war nun unsere Fahrradreise von Berlin nach Valencia. Wir haben wunderschöne Eindrücke mitgenommen, so manchen Berg und manches Hindernis überwunden (haben wir ja auch jahrelang geübt) und danken Euch für die virtuelle und leibhaftige Begleitung. In den nächsten Tagen werden wir in einem Abschlussbeitrag nocheinmal mit etwas Distanz zurück blicken. Was war besonders schön, was hätten wir lieber vermieden, wo hätten wir gerne mehr Zeit verbracht… und was uns sonst noch so zu dieser Reise einfällt.

Download MPEG-4 Video (23:35min, 95MB)

01.09.07 Poboleda - Ebrodelta (111 km)

2007-09-05 von nil

Wir wachen inmitten des Montsant, einer sehr sehenswerten, gebirgigen Region Kataloniens, auf und steuern das über-übernächste Dorf an, um ein riesiges Tortilla-Serranoschinken-Frühstück zu verschlingen. Auch heute haben wir ordentlich mit dem Wind zu kämpfen und, so kommt uns jede Pause gelegen. Und es sind ganz besondere Pausen, die wir heute einlegen: Minervet, ein in die Felswand gebautes Örtchen der Templer-Ritter, zweimal überqueren wir den Ebro, Spaniens größter (?) Fluss und dann war da noch unser 3000 km Jubiläum!!! Gefolgt von Dennis härtesten 20 km der Tour, die wir nur gedopt überstehen konnten ;) Schließlich ließen wir die letzten Berge unserer Tour hinter uns und radelten leicht apathisch, aber glücklich über die holländisch anmutende Ebene des Ebrodelta dem Sonnenuntergang entgegen.

Download MPEG-4 Video (16:51min, 76MB)

31.08.07 Guissona - Poboleda (106 km)

2007-09-05 von deMo

Von Guissona ging es gleich wieder gegen den Wind bis zum Frühstück in Tarrega, dann über kleine, kaum befahrene Straße durch wunderbare andalusische Landschaft gen Prades. Zwei Kilometer Schotterstraße kosteten mich zwei Speichen während Nils Gepäckträger brach – zum Glück gibt es Bannat-Riemen!. Nil interviewte zwischendurch einen Olivenbauern am Wegesrand, dann folgte zur Abwechslung mal wieder ein kleiner Pass. In Padres gönnten wir uns leckere Tapas. Die Nachtschicht begann mit einer fantastischen Abfahrt auf fantastisch geteerter Straße. Wir passierten Siurana, eines der bekanntesten Klettergeiete der Welt und zelteten schließlich kurz hinter Poboleda (Popoleder?).

Download MPEG-4 Video (15:04min, 74MB)

30.08.07 Port d'Envalira - Guissona (147 km)

2007-09-04 von nil

Vollkommen be- und umnebelt stehen wir morgens in windigen 2408m ü.n.N, packen unsere feuchten Klamotten zusammen und freuen uns auf die bevorstehende 60-km-Abfahrt. Bereits nach 5 min Fahrtzeit reißt die Wolkendecke auf und wir brettern mit 60 km/h die Serpentinen hinunter. Das versetzte nicht nur uns in positive Schwingungen, sondern auch das Rücklicht von Dennis, welches sich kurz vor Andorra la Vella verselbstständigte. Durch breite Schluchten und bewaldete Hänge erreichen wir … SPANIEN! Welch herrliches Gefühl. Dies wird jedoch alsbald davongeblasen, denn der Wind kommt mit geballter Kraft direkt von vorne und macht aus unserer Abfahrt ein kleine Tortur. In Oliana, einem kleinen Örtchen am Stausee, kommen wir Dank Hopfen und Malz wieder etwas zu Kräften und radeln so, stetig vom Gegenwind begleitet, weiter ins Landesinnere. Am Abend geniessen wir unser langersehntes Bocadillo mit Serrano-Schinken, trinken das Lokal-Getränk Permuts und nehmen ersten Kontakt zur spanischen Bevölkerung auf.

Download MPEG-4 Video (11:30min, 32MB)

29.08.07 Fa - Port d'Envalira (103 km)

2007-09-04 von nil

Eijeijei, wo soll ich denn da anfangen? Am besten ganz unten! Uns standen nämlich knapp 3000 Höhenmeter und insgesamt 65 km bergauf bevor. Schon das Warmfahren in den Vorpyrenäen war schweißtreibend und als bei unserem alltäglichen Schokocroissantfrühstück eine Beerdigungsprozession an uns vorbei zog, wußten wir nicht, ob wir den Tag überstehen würden. Und so machten wir uns gestärkt und frisch gebadet an die Genuss-Arbeit. Von nun 760 m ü.n.N. schraubten wir uns in schwindelerregende 2408 m ü.n.N., wunderschöne Berge und Flüsschen, die sich ab und zu hinter Wolken und Nebel versteckten. Im Dunkeln erreichten wir unser Ziel – den Port d’Envalira. Ruck-Zuck war das Zelt aufgebaut und wir ebenso schnell lagen wir in unseren kuscheligen Schlafsäcken.

Download MPEG-4 Video (17:02min, 49MB)


nächste Seite >>